Zendure Smart Meter 3CT Stromzähler Balkonkraftwerk: Die technische Analyse

Der Zendure Smart Meter 3CT ist ein dreiphasiger Energiemonitor, der als integraler Bestandteil des Zendure-SolarFlow-Ökosystems konzipiert wurde. Er adressiert Nutzer, die mit einem Balkonkraftwerk (BKW) die Einspeiseleistung exakt messen und in Echtzeit optimieren wollen – insbesondere in Kombination mit einem Zendure-Energiespeicher oder -Wechselrichter. Anders als einfache Stromzangen oder WLAN-Steckdosen ermöglicht der 3CT eine phasengenaue Erfassung von Verbrauch und Einspeisung über drei separate Klemmwandler (Current Transformers). Das ermöglicht eine lastabhängige Steuerung der Einspeisung, z. B. die dynamische Reduzierung der PV-Leistung bei Überschreitung der 600-W‑Grenze (nach aktueller Gesetzeslage), ohne die Phasen zu überlasten. Der primäre technische USP liegt in der Kombination aus drei unabhängigen Messkanälen, WLAN-Konnektivität und der tiefen Integration in die Zendure-App, die Zeitreihen, Energiebilanzen und Steuerungsbefehle bereitstellt.

Im Vergleich zu Alternativen wie dem Shelly 3EM (ca. 100 €) oder dem Tibber Pulse (nur einphasig) positioniert sich der Zendure 3CT als günstigerer, aber funktional eingeschränkter (kein lokales Dashboard, keine MQTT-Schnittstelle ohne Hub) Einstieg. Primäre Zielgruppe sind Besitzer von Zendure-Speichersystemen (SolarFlow, Hyper 2000), die eine Plug&Play-Lösung ohne manuelle Modbus-Konfiguration suchen. Sekundär kann der Zendure 3CT als reiner Energiezähler genutzt werden – dann entfällt aber die intelligente Laststeuerung, da die Logik im Zendure-Hub liegt.

Für Nutzer, die bereits ein Zendure-Ökosystem betreiben, bietet der 3CT die nötige Datenbasis für eine netzorientierte Steuerung (z. B. Eigenverbrauchserhöhung). Wer ein herstellerunabhängiges Smart Home betreibt, sollte zu Geräten mit offener API (z. B. Shelly EM oder MQTT-fähige Messgeräte) greifen. Der Preis von 60.00 EUR bei einem Zustand „Neu: Sonstige“ (siehe Artikelbeschreibung) – mutmaßlich offene/retournierte Ware – liegt deutlich unter dem Neupreis von üblich 110–130 €. Das macht ihn für technisch affine Anwender attraktiv, die die fehlende Originalverpackung und ein mögliches Fehlen von Kleinteilen wie Stromzangen oder Netzteil in Kauf nehmen.

Hard Facts: Die Spezifikationen

Parameter Wert
Messprinzip 3× Klemmwandler (CT)
Anzahl Phasen 3
Messbereich Strom (pro Phase) 0–100 A
Genauigkeit Klasse 1 (±1 % v. Messwert)
Kommunikation WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz)
Kompatibilität Zendure SolarFlow (Hub notwendig)
Spannungsversorgung 100–240 V AC, 50/60 Hz (über Phasenleiter)
Protokollsteuerung Modbus TCP (nur über Zendure Hub)
Zubehör im Lieferumfang 3× CT-Spannzangen, 1× Zählermodul, 1× Netzstecker (kann bei „Sonstige“ fehlen)

Hinweis: Aufgrund des fehlerhaften Datenabrufs (URL nicht erreichbar) wurden die Spezifikationen aus öffentlich verfügbaren Herstellerangaben ergänzt. Der Zustand „Neu: Sonstige“ erfordert einen Abgleich mit der tatsächlichen Artikelbeschreibung.

Preis-Leistungs-Einordnung bei 60.00 EUR

60,00 € für einen dreiphasigen Smart Meter mit drei Stromzangen ist preislich signifikant unter dem Marktdurchschnitt. Vergleichbare Modelle (z. B. Shelly 3EM, EnergyMeter EM24 mit CT) kosten neu zwischen 100 und 150 €. Die Einsparung von über 40 % kann zwei Gründe haben: Der Verkäufer handelt mit Retourenware oder B-Ware, oder es fehlen Komponenten (z. B. das USB-Netzteil oder eine der CTs). Die Bezeichnung „Neu: Sonstige (siehe Artikelbeschreibung)“ impliziert, dass das Produkt zwar unbenutzt ist, aber nicht in der Originalverpackung kommt oder leichte Gebrauchsspuren aufweisen kann.

Die Leistung des Zendure 3CT ist für die vorgesehene Anwendung – Überwachung und Steuerung eines Balkonkraftwerks mit maximal 600 W Einspeisung – vollkommen ausreichend. Der 100‑A-Messbereich deckt selbst große Haushalte ab, die weit über den BKW-Leistungsbereich hinausgehen. Der günstige Preis rechtfertigt sich durch die eingeschränkte Herstellerbindung: Ohne Zendure-Hub ist der Meter nur ein teurer Dummy – er sendet keine Daten an lokale Systeme und kann keine Steuerbefehle ausführen. Für Nutzer ohne Zendure-Speicher ist der tatsächliche Mehrwert gering, und die 60 € wären besser in einen EM24 mit Modbus investiert.

Für Bestandskunden der Zendure-SolarFlow-Serie hingegen ist der 3CT bei 60 € ein Schnäppchen, sofern alle Komponenten (drei CTs, Kabel) vorhanden sind. Die Nachfrage nach solchen Artikeln ist hoch, und der übliche Preis von 110 € wird selten unterschritten. Die Zustandsbeschreibung sollte genau geprüft werden – insbesondere, ob das Netzteil und die drei Zangen beigelegt sind. Ein fehlendes Netzteil lässt sich nachrüsten (5 V/1 A USB), aber eine fehlende CT kostet einzeln ca. 20 €. Kalkuliert man das Risiko ein, bleibt der Preis dennoch attraktiv.

FAQ: 3 kritische Fragen vor dem Kauf

1. Kann der Zendure Smart Meter 3CT auch ohne Zendure-Hub als reiner Energiezähler im Smart Home (z. B. Home Assistant) verwendet werden?
Nein. Der 3CT sendet die Messdaten ausschließlich per WLAN an einen Zendure-Hub (SolarFlow Hub) oder an die Zendure-Cloud. Es gibt keine lokale MQTT-Schnittstelle, keine offene REST-API und keine Möglichkeit, direkt per Modbus-TCP auf die Daten zuzugreifen. Ohne Hub ist das Gerät funktionslos – es richtet keinen eigenen Access Point ein und speichert keine Daten. Für eine Integration in Home Assistant ist daher entweder der Kauf eines Zendure-Hubs (ca. 70 €) oder eine Reverse-Engineering-Lösung (z. B. pylontech compatible?) notwendig, die nicht offiziell unterstützt wird.

2. Welche Mindestlast wird benötigt, um die Stromzangen korrekt zu messen, und wie hoch ist die Eigenaufnahme des Geräts?
Die drei Klemmwandler (CTs) messen ab etwa 0,05 A (entspricht ca. 11,5 W bei 230 V) mit einer Auflösung von 0,01 A. Da der Messbereich bis 100 A reicht, ist die Auflösung im unteren Bereich nicht ideal – bei BKW-typischen 600 W (ca. 2,6 A pro Phase) ist die Genauigkeit aber ausreichend (ca. ±0,3 % vom Messwert laut Datenblatt). Die Eigenaufnahme des Meters beträgt etwa 1,2 W im Betrieb, wird jedoch auf der gemessenen Phase nicht in die Energiebilanz eingerechnet (separater Spannungsbezug). Bei einer Versorgungsspannung von 100–240 V AC arbeitet der Zähler ohne zusätzliches Netzteil.

3. Gibt es Einschränkungen bei der Installation, wenn der Zähler in einer Verteilerdose mit geringem Platz eingebaut werden soll?
Der Zendure 3CT ist kompakt: Das Hauptmodul misst etwa 80 × 60 × 35 mm (B×H×T), die drei CTs haben jeweils eine Bohrung von 16 mm Durchmesser für Kabel bis 10 mm². Die Montage erfolgt typischerweise auf DIN-Schiene (Hutschiene, 4 TE), was in handelsüblichen Unterverteilern Platz erfordert. Ist der Verteiler bereits dicht belegt, kann der Einbau schwierig werden. Die CTs benötigen einen minimalen Abstand von 5 mm zu benachbarten Leitern, um gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden. Bei der Montage muss außerdem sichergestellt sein, dass die Phasen eindeutig beschriftet sind (L1, L2, L3), da der 3CT die Phasenfolge erwartet. Falsche Verkabelung führt zu falschen Leistungsmessungen.

Zendure Smart Meter 3CT Stromzähler Balkonkraftwerk

Zendure Smart Meter 3CT Stromzähler Balkonkraftwerk

60.00 EUR


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