Google Nest Hub 2 Gen Smart: Die technische Analyse

Der Google Nest Hub der zweiten Generation positioniert sich als Kommandozentrale für das vernetzte Zuhause und gleichzeitig als digitaler Bilderrahmen mit KI-Integration. Im Gegensatz zu smarten Displays mit Kamera (wie dem Nest Hub Max) setzt Google hier auf den Soli-Radar-Chip, der berührungslose Gestensteuerung und das optionale Sleep-Sensing-Feature ohne visuelle Überwachung ermöglicht. Das Gerät ist primär für Nutzer konzipiert, die einen zentralen Hub für Matter- und Thread-fähige Smart-Home-Geräte suchen, aber Datenschutzbedenken gegenüber Kameras im Schlafzimmer vermeiden möchten. Der integrierte Ambient-EQ-Sensor passt Helligkeit und Farbtemperatur des 7-Zoll-Displays automatisch an die Umgebung an – ein Detail, das bei statischen Displays zur Ermüdung führt. Die Audio-Hardware besteht aus einem 1,5-Zoll-Lautsprecher, der für Sprachausgaben und Musik ausreicht, aber klanglich nicht mit dedizierten Smart Speakern wie dem Nest Audio konkurriert. Die Positionierung ist klar: Der Nest Hub 2 Gen ist ein Steuerungs- und Informationsdisplay, kein Audiogerät.

Die technische Basis bildet ein Quad-Core ARM Cortex-A53 mit 1,9 GHz Takt und einer integrierten Neural Processing Unit (NPU) für lokale Sprachverarbeitung. Dadurch werden einfache Befehle wie „Schalte das Licht ein“ direkt auf dem Gerät ausgeführt, ohne die Cloud zu belasten. Der Arbeitsspeicher beträgt 1,5 GB LPDDR4, der Flash-Speicher 4 GB – ausreichend für das Betriebssystem und Caching, aber nicht für lokale Medienspeicherung. Die Wi-Fi-Schnittstelle unterstützt 802.11 b/g/n/ac auf 2,4 und 5 GHz, was für die meisten Heimnetzwerke ausreicht. Bluetooth 5.0 ermöglicht die Kopplung mit externen Lautsprechern oder Kopfhörern. Besonders relevant ist die integrierte Thread-Border-Router-Funktion: Der Nest Hub 2 Gen kann als Gateway für Thread-Geräte dienen und ist Matter-Controller (via Update). Damit steuert er Geräte unterschiedlicher Hersteller zentral, ohne separate Bridges. Die Energieaufnahme beträgt maximal 15 Watt über USB-C, der Standby-Verbrauch liegt unter 2 Watt – wichtig für den Dauereinsatz auf Nachttischen oder Küchentheken. Im Lieferumfang befinden sich das Display, ein Netzteil und eine Kurzanleitung; eine optionale Ladestation wird separat vertrieben. Das Gehäuse ist aus recyclebarem Kunststoff gefertigt, die Stoffabdeckung an der Rückseite dient als akustisches Gitter.

Für Nutzer, die bereits Google-Dienste wie Google Fotos, YouTube Music oder Google Kalender nutzen, fügt sich der Nest Hub nahtlos in das Ökosystem ein. Die sprachgesteuerte Steuerung über Google Assistant funktioniert auch bei lauter Umgebung durch die zwei Far-Field-Mikrofone zuverlässig. Das Display löst mit 1024 x 600 Pixeln auf – für die Größe von 7 Zoll ergibt sich eine Pixeldichte von etwa 170 ppi, was für die Darstellung von Wettergrafiken, Kalender und Videoanrufen (max. 720p) ausreicht. Eine Kamera fehlt bewusst; Videoanrufe sind nur über ein gekoppeltes Smartphone oder den Nest Hub Max möglich. Alle Daten der Sleep-Sensing-Funktion (Bewegung, Atemfrequenz, Helligkeit) werden lokal verarbeitet – Google betont, dass keine Aufnahmen an Server gesendet werden. Die Oberfläche basiert auf Android Things und erhält regelmäßig Sicherheitsupdates sowie neue Features wie Duo-Ersatz durch Google Meet oder Smart Displays-Funktionen.

Hard Facts: Die Spezifikationen

Parameter Wert Anmerkung
Display 7 Zoll TFT-LCD, 1024 × 600 px Touchscreen mit Ambient-EQ
Prozessor Quad-Core ARM Cortex-A53, 1,9 GHz Mit NPU für lokale Sprachverarbeitung
Arbeitsspeicher 1,5 GB LPDDR4
Flash-Speicher 4 GB eMMC Nicht erweiterbar
Audio 1,5 Zoll Full-Range Lautsprecher, 2 Mikrofone Far-Field, bis zu 5 m Reichweite
Konnektivität Wi-Fi 802.11 b/g/n/ac (2,4/5 GHz), Bluetooth 5.0 Thread Border Router (IEEE 802.15.4)
Sensoren Soli Radar, Ambient-EQ (Licht/Farbtemperatur) Keine Kamera
Stromversorgung USB-C, 15 W (5 V/3 A) Inklusive Netzteil
Abmessungen (B × H × T) 118,5 × 67,5 × 178,5 mm Ohne Standfuß
Gewicht 558 g
Betriebssystem Google Cast / Smart Display OS Regelmäßige Updates garantiert bis mind. 2027
Protokolle Google Assistant, Matter (Controller), Thread, Zigbee (über Bridge), IFTTT Smart-Home-Steuerung über Google Home-App
Besonderheiten Sleep Sensing (optional), Gestensteuerung, Digitaler Bilderrahmen Lokale Datenverarbeitung für Gesundheitsdaten

Preis-Leistungs-Einordnung bei 139.00 EUR

Der Angebotspreis von 139,00 EUR liegt rund 39 Euro über dem ursprünglichen UVP von 99,99 EUR, den Google zum Launch im März 2021 festlegte. Der Zustand „Neu“ und der Versand aus Deutschland (via eBay) deuten auf einen autorisierten Händler oder Restposten hin. Da das Produkt nicht mehr im offiziellen Google Store gelistet ist (es wurde durch den Nest Hub 3 mit verbessertem Display und Matter-Integration abgelöst), handelt es sich um ein Auslaufmodell. Der Aufpreis gegenüber dem Ursprungspreis ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Käufer explizit die Soli-Radar-Funktion ohne Kamera benötigt. Der Nachfolger (Nest Hub 3) bietet ebenfalls Sleep Sensing und Matter, hat aber kein Soli mehr – stattdessen setzt Google auf Bewegungssensoren und Audiomuster.

Im Vergleich zu aktuellen Alternativen wie dem Amazon Echo Show 8 (2. Gen, ca. 100 Euro) oder dem Lenovo Smart Display 7 (ca. 80 Euro) ist der Nest Hub 2 bei 139 Euro preislich im oberen Segment. Vorteile gegenüber diesen Konkurrenten: die bessere Integration in das Google-Ökosystem (insbesondere Google Fotos, YouTube Music ohne Werbung bei Premium) und der Thread-Border-Router, den nur wenige Smart Displays bieten. Für Nutzer ohne bestehende Thread- oder Matter-Geräte ist dieser Mehrwert jedoch nicht relevant. Setzt man hingegen auf ein zukunftssicheres Smart-Home mit Matter und Thread, ist der Nest Hub 2 als zentraler Hub eine kostengünstige Alternative zu dedizierten Bridges wie dem HomePod Mini (99 Euro) oder dem Amazon Echo (4. Gen, 60 Euro), die ebenfalls Thread unterstützen, aber kein Display bieten. Der Preis von 139 Euro spiegelt somit den Premium-Charakter des Google-Ökosystems und die Soli-Technologie wider, ist aber für reine Display-Funktionen überteuert.

FAQ: 3 kritische Fragen vor dem Kauf

1. Kann der Nest Hub 2 Gen Matter-Geräte als Thread Border Router verwalten, oder benötigt er ein separates Gateway?
Ja, der Nest Hub 2 Gen fungiert ab dem Update auf Google Home-App Version 2.xx (ab Februar 2023) als Thread Border Router und Matter Controller. Er kann Thread-basierte Geräte direkt in das Mesh-Netzwerk einbinden und über die Google Home App konfigurieren. Für Matter over Wi-Fi oder Ethernet dient er als Bridge zur Steuerung. Zigbee-Geräte werden hingegen nicht nativ unterstützt – hier ist weiterhin ein Zigbee-Hub wie der Philips Hue Bridge oder der Amazon Echo (4. Gen) erforderlich. Die maximale Anzahl verwaltbarer Thread-Knoten ist nicht spezifiziert, liegt aber typischerweise bei über 30 Geräten, bevor Performance-Einbußen im Sprachassistenten auftreten.

2. Ist Sleep Sensing ohne Abonnement nutzbar, und welche Daten werden erhoben?
Google bietet Sleep Sensing auf dem Nest Hub 2 Gen kostenlos an – ein Fitbit Premium-Abonnement ist nicht erforderlich, anders als bei der Pixel Watch. Der Soli-Radar erfasst Bewegung, Atmung und Husten ohne Kontakt. Die Daten werden ausschließlich lokal auf dem Gerät verarbeitet und nicht in die Cloud übertragen, es sei denn, der Nutzer gibt explizit die Freigabe für Fitbit-Trends. Google betont in der Datenschutzerklärung, dass keine Audio- oder Bildaufnahmen während des Schlafs stattfinden. Nach acht Nächten ununterbrochener Nutzung wird eine Schlafzusammenfassung mit Phasen (Leicht-/Tief-/REM-Schlaf) sowie Helligkeits- und Temperaturtrends bereitgestellt. Die Genauigkeit der Atemfrequenzmessung liegt laut Studien von Google bei ±1,2 Atemzügen pro Minute im Vergleich zu medizinischen Gürtelsensoren – ausreichend für Wellness-Tracking, nicht für medizinische Diagnosen.

3. Kann ich mit dem Nest Hub 2 Gen Live-Überwachungskameras (z. B. Nest Cam oder Hikvision) auf dem Display anzeigen?
Ja, über die Google Home App lassen sich Kameras von Google Nest (z. B. Nest Cam IQ Indoor) sowie Drittanbieter, die das Google Smart Display API unterstützen, anzeigen. Die Liste der kompatiblen Kameras umfasst unter anderem TP-Link Kasa, Arlo und einige ältere D-Link-Modelle. Die Live-Ansicht erfolgt über Wi-Fi mit einer Auflösung von 720p auf dem Display – 1080p oder 4K werden nicht unterstützt, da der Chip nur H.264-Decoding bis 720p vorsieht. Benachrichtigungen bei Bewegung können auf dem Display als Popup erscheinen, jedoch nur, wenn Kameras in der Google Home App als „benachrichtigungsfähig“ konfiguriert sind. Eine Zwei-Wege-Audiofunktion ist nur mit kompatiblen Kameras (z. B. Nest Cam) möglich, da die Mikrofone des Hubs dann als Gegensprechanlage geschaltet werden.

Google Nest Hub 2 Gen Smart

Google Nest Hub 2 Gen Smart

139.00 EUR


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