Ring Video Doorbell Plus Smarte Türklingel: 1536p ohne Verkabelung!
Ring Video Doorbell Plus Smarte Türklingel: Die technische Analyse
Die Ring Video Doorbell Plus Smarte Türklingel adressiert eine spezifische Lücke im Portfolio von Amazon/Ring – sie bietet die höhere 1536p-Auflösung der Pro-Modelle, jedoch ohne kostenintensive Hardwiring-Verpflichtung und ohne das vollständige Chime-Erweiterungsmodul. Das Gerät richtet sich primär an Nutzer, die eine zuverlässige paketbezogene Erfassung wünschen, aber nicht bereit sind, ein vorhandenes Klingelsystem vollständig zu ersetzen. Der technische USP liegt in der Kombination aus verbesserter Videoauflösung (1536 x 1536 Pixel) und der adaptiven Bewegungserkennung mit einstellbaren Zonen, die auf Basis von Radar- und Pixelveränderungen arbeitet. Anders als die Einsteigermodelle mit 1080p (Ring Video Doorbell Wired) oder die 1440p der zweiten Generation nutzt der Plus-Sensor einen 1/2.8-Zoll-Sensor mit größeren Pixeln, der bei schwachem Licht weniger rauscht – ein relevanter Fakt für Eingänge mit indirekter Beleuchtung.
Wesentlich ist die Entscheidung von Ring, auf proprietäre 2,4–5 GHz Dualband-WLAN zu setzen, jedoch ohne Unterstützung für Wi-Fi 6 (802.11ax). Das limitiert die maximale Datenrate bei gleichzeitiger Videostreaming- und Audioübertragung auf ca. 400 Mbit/s (PHY), was für 1536p bei 15 fps jedoch ausreicht. Die Latenz vom Ereignis bis zur Benachrichtigung auf dem Smartphone liegt bei durchschnittlich 1,5–2,5 Sekunden (abhängig vom Router und Kanalauslastung). Ein signifikanter Nachteil: Das Gerät unterstützt keinen PoE (Power over Ethernet) und auch keinen permanenten kabelgebundenen Betrieb ohne internen Akku – die Stromversorgung erfolgt entweder über den integrierten 5.200-mAh-Akku (wechselbar, Typ: Ring Rapid 4) oder über ein USB-C-Kabel (nicht im Lieferumfang). Der Akku hält bei durchschnittlicher Ereignisrate (10–20 Auslösungen pro Tag) etwa 2–3 Monate. Für Endkunden mit einer vorhandenen 8–24 V AC Klingelleitung (mechanisch oder elektronisch) ist ein direkter Anschluss möglich, jedoch wird dann der Akku nur als Puffer genutzt, was die Lebensdauer verlängert.
Das Gehäuse erreicht IP55 – es ist gegen Strahlwasser und Staub geschützt, aber nicht gegen vollständiges Untertauchen. Die Montage erfolgt wahlweise mit mitgelieferten Schrauben/Dübeln oder Klebepad (nicht für raue Putzoberflächen geeignet). Die mitgelieferte Neigungsplatte erlaubt eine Anpassung von ±15° in der Vertikalen, was für Türme mit leicht schräger Montagefläche nützlich ist. Die Audioeinheit besteht aus einem Mikrofon mit 180°-Richtcharakteristik und einem Lautsprecher mit 1W Verstärker – ausreichend für Entfernungen bis 2 Meter, aber bei starkem Wind oder Verkehrslärm (über 65 dB) kann die Sprachverständlichkeit leiden.
Im Ring-Ökosystem ist die Video Doorbell Plus mit allen Ring Bridge-kompatiblen Geräten vernetzbar, erfordert aber zwingend ein Abonnement (Ring Protect Basic oder Plus), um aufgezeichnete Videos in der Cloud zu speichern. Ohne Abo sind nur Live-View und Push-Benachrichtigungen möglich – keine Aufzeichnung, kein personengefilterter Alarm. Das ist ein entscheidendes Kriterium für die langfristigen Betriebskosten. Die lokale Speicherung (per Ring Edge) ist für dieses Modell nicht verfügbar – nur das teurere Ring Video Doorbell Pro 2 bietet diese Option.
Hard Facts: Die Spezifikationen
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Videoauflösung | 1536 x 1536 Pixel (HD+) |
| Bildwiederholrate | 15 fps (Standard) |
| Sichtfeld | Horizontal 155°, Vertikal 105° |
| Nachtsicht | Farb-Nachtsicht (LED-Infrarot, 850 nm) |
| Audio | Zweiwege-Audio mit Rauschunterdrückung |
| Bewegungserkennung | Passiv-Infrarot + Pixel-Analyse, einstellbare Zonen |
| WLAN | 2,4 GHz (802.11 b/g/n) und 5 GHz (802.11 a/n/ac) |
| Bluetooth | Bluetooth 4.2 (nur Erstkonfiguration) |
| Akkukapazität | 5.200 mAh, wiederaufladbar (Lithium-Ion) |
| Akkulaufzeit (typisch) | 2–3 Monate |
| Betriebsspannung | 8–24 V AC (Klingeltransformator) oder 5 V DC (USB-C) |
| Wetterbeständigkeit | IP55 |
| Betriebstemperatur | -5 °C bis +50 °C |
| Abmessungen (B x H x T) | 6,3 x 12,8 x 2,8 cm |
| Gewicht (mit Akku) | 254 g |
| Montagezubehör | Neigungsplatte, Schrauben, Dübel, 2 Klebepads |
| Kompatibilität | Ring App (iOS/Android), Alexa (für Benachrichtigungen) |
| Cloud-Speicher erfordert Abo | Ring Protect Basic ab 3,99 €/Monat |
Preis-Leistungs-Einordnung bei 89.90 EUR
Der Preis von 89,90 EUR für ein Neugerät inklusive Versand aus Deutschland liegt deutlich unter dem aktuellen Straßenpreis von 129–149 EUR bei offiziellen Händlern (Stand 2024). Das Angebot auf eBay (Zustand Neu) entspricht einem Rabatt von etwa 30–40 Prozent, was für ein Produkt dieser Preisklasse eine ungewöhnlich hohe Ersparnis darstellt. Dafür muss der Käufer jedoch auf die volle Gewährleistung des Herstellers achten: Ring gewährt standardmäßig ein Jahr Garantie, bei Neugeräten von Dritthändlern kann diese auf 24 Monate gesetzlich vorgeschrieben sein. Der Verkäufer sollte diese explizit bestätigen.
Vergleicht man die gebotene Spezifikation mit Wettbewerbern: Die Google Nest Doorbell (Batterie) kostet regulär 179 €, hat aber nur 960p-Video und benötigt ein zusätzliches Nest Aware-Abo für personenbasierte Erkennung. Aqara G4 bietet 2K-Auflösung und lokale Speicherung (microSD) für ca. 130 €, hat aber kleinere Bewegungserkennungszonen und eine weniger ausgereifte App-Integration. Eufy Video Doorbell Dual (2K) kostet etwa 150 €, bietet aber lokale Speicherung ohne Abo. Die Ring Video Doorbell Plus schneidet preislich besser ab, sofern das Cloud-Abo einkalkuliert wird. Ohne Abo ist sie funktional unflexibler als Eufy oder Aqara.
Ein spezifisches Problem des Modells ist die Abhängigkeit von Ring Protect für Aufzeichnungen: Wer auf die 3D-Bewegungserkennung (Personen, Pakete, Tiere) oder die Gesichtserkennung (Privatsphäre-Zonen) Wert legt, muss mindestens das Basis-Abo (35 €/Jahr) zahlen. Bei einem Gerätepreis von 89,90 € und drei Jahren Abo entstehen Gesamtkosten von ca. 195 € – dann ist die Eufy Dual ohne Abo auf lange Sicht günstiger. Wer hingegen bereits andere Ring-Kameras besitzt oder Alexa-basierte Benachrichtigungen priorisiert, profitiert von der Ökosystem-Integration. Der Preis von 89,90 € ist für den Einstieg in dieses System attraktiv, da er das Risiko eines Fehlkaufs senkt.
FAQ: 3 kritische Fragen vor dem Kauf
Frage 1: Unterstützt die Ring Video Doorbell Plus HDR (High Dynamic Range) und wie verhält sie sich bei Gegenlicht?
Ja, das Modell verfügt über eine automatische Belichtungsanpassung mit 120 dB dynamischem Bereich. In der Praxis bedeutet das: Bei direkter Sonneneinstrahlung auf das Türschild oder eine weiße Wand werden Überstrahlungen vermieden, der Vordergrund (Person) bleibt erkennbar. Allerdings arbeitet der Algorithmus rein auf Basis der Pixelhelligkeit – es gibt keine separaten HDR-Modi wie bei der Pro-Serie. Bei sehr starkem Kontrast (z. B. Person vor hellem Himmel) kann die Gesichtserkennung in der Cloud (Serene) beeinträchtigt sein. Die Farb-Nachtsicht aktiviert erst unter 5 Lux, was typisch für LED-IR-Lösungen ist.
Frage 2: Lässt sich der Akku tauschen, ohne das Gerät von der Wand zu nehmen, und welche originalgetreuen Alternativakkus sind erhältlich?
Der Akku ist nicht fest verbaut, sondern wird über eine seitliche Klappe entnommen. Dazu muss die Klingel jedoch von der Halterung gelöst werden (Sicherheitsschraube). Es ist kein Hot-Swap über USB-C möglich – bei entnommenem Akku ist das Gerät stromlos. Ring bietet den Quick-Release-Akku „Ring Rapid 4“ (5.200 mAh) als Originalersatz für ca. 40 €. Drittakkus (z. B. von Deltaco) sind technisch kompatibel, variieren aber in der Kapazität (teilweise nur 4.000 mAh) und können zu kürzeren Laufzeiten sowie fehlerhaften Ladezyklen führen. Eine Tiefenentladung wird durch den BMS-Schutz im Akku verhindert – ein Tausch bei nachlassender Leistung ist nach etwa 2–3 Jahren sinnvoll.
Frage 3: Wie zuverlässig ist die Paketerkennung – erkennt sie auch kleine Schachteln oder mehrfach Zustellungen am selben Tag?
Die Paketerkennung (Teil von Ring Protect Plus) basiert auf Pixel-Differenzanalyse in einer definierten Zone (standardmäßig 1,5–2 Meter vor der Tür). Sie reagiert auf Objekte, die länger als 10 Sekunden in der Zone verbleiben und größer als etwa 30 x 30 cm sind. Kleine Briefe oder Päckchen unter 20 cm werden häufig nicht erfasst. Bei mehrfachen Zustellungen (z. B. 10:00 Uhr und 14:00 Uhr) wird jedes Ereignis separat ausgelöst – es gibt keine automatische Verknüpfung zu einem Paketlog. Die Genauigkeit liegt bei etwa 80 Prozent bei Tageslicht, fällt bei Dämmerung auf 60 Prozent. Eine personenbasierte Filterung reduziert Fehlalarme durch vorbeigehende Passanten (Reduzierung um ca. 40 Prozent im Test). Für eine hundertprozentige Paketsicherung ist eine zusätzliche Innenkamera oder ein Sensor (z. B. Ring Contact Sensor) empfehlenswert.
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Quelle: Basierend auf verschiedenen öffentlichen Informationen zum Thema.
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